wie viel Plagiat ist erlaubt

Wie viel Plagiat ist erlaubt? Die Profis erklären!

Anna Milena von Gersdorff

(Head of Marketing)

01.09.2021

Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.

Immer wieder geraten die Doktorarbeiten von Politikern unter Plagiatsverdacht. Ein Plagiat ist nach offizieller Definition die unrechtmäßige Aneignung von fremdem geistigen Eigentum. Das heißt: Sie müssen jeden Gedanken kennzeichnen, den Sie aus einem Buch oder Artikel übernehmen. Sie haben die Möglichkeit, Gedanken als direkte oder als indirekte Zitate in Ihre eigene Arbeit einzubauen. Wenn Sie hier Fehler machen, kann das als Plagiat gewertet werden. Ihnen wird dann ein Betrugsversuch unterstellt.

Wissenschaftliche Arbeiten müssen immer auch in elektronischer Form bei den Hochschulen eingereicht werden. Dadurch ist es für Ihre Dozenten sehr einfach geworden, Ihre Arbeiten einem Plagiatsprüfung zu unterziehen. Allerdings können Sie falschen Verdächtigungen zuvorkommen, indem Sie vor der Abgabe selbst eine Plagiatsprüfung machen.

Wie viel Plagiat ist erlaubt?

Immer mehr Hochschulen gehen dazu über, Publikationen ihrer Studenten im System zu speichern. Beim Plagiatsprüfung wird Ihre Arbeit dann mit alten Bachelor- oder Masterarbeiten abgeglichen, auf die Sie selbst gar keinen Zugriff hatten. Denn anders als für Dissertationen gibt es ja auf diesem Niveau von Abschlussarbeiten noch keine Pflicht zur Veröffentlichung. Wenn Hochschulen solche Arbeiten jedoch im System speichern, dann kann ein Plagiatsverdacht entstehen.

Die Frage: „Wie viel Plagiat ist erlaubt?“ lässt sich nicht durch eine klare Prozentzahl beantworten. Nach einer Plagiatsprüfung bekommen Sie ein Ergebnis, das Sie dann manuell überprüfen müssen. Hier kann es ratsam sein, professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Ghostwriter können Ihnen sagen, wie viel Prozent Plagiat erlaubt sind. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Ihre Arbeit „sauber“ ist, können Sie sich auch eine Mustervorlage erstellen lassen. Hier ist der Plagiatsprüfung gleich inbegriffen.

Ab wann ist eine Bachelorarbeit ein Plagiat?

In einer wissenschaftlichen Arbeit zitieren Sie andere Autoren. Eine Plagiatssoftware erkennt solche Textpassagen. Das wird dann nicht als Kopie gezählt, wird aber natürlich angezeigt. Ein bestimmter Anteil an Plagiat ist in jeder wissenschaftlichen Arbeit vorhanden. Neben wörtlichen Zitaten mit korrekter Quelle tragen auch Definitionen dazu bei. Diese lassen sich oft nur auf bestimmte Art und Weise wiedergeben, wodurch sich ähnliche Wörter wiederholen.

Ein bestimmter Prozentsatz an Plagiat ist also erlaubt. Die Prüfungsordnungen der Hochschulen äußern sich zu den Kenngrößen nicht explizit. Aber in der Regel ist es kein Problem, wenn eine Plagiatssoftware einen Prozentwert von sechs bis acht erkennt. In Jura ist sogar noch ein höherer Anteil erlaubt. Hier müssen viele Legaldefinitionen verwendet werden, was zu immer gleichen Formulierungen führt. Auch durch Verweise auf Urteils- und Gesetzestexte kommt es zu ähnlichen Passagen, die dann wie ein Textplagiat aussehen können.

Es gibt verschiedene Arten von Plagiaten

Ein Vollplagiat ist komplett abgeschrieben. Bei einem Textplagiat wird abschnittsweise Text übernommen. Bei Strukturplagiaten wird z.B. die Gliederung einer bereits geschriebenen Arbeit übernommen.

So können Sie auf Seiten wie www.grin.de oder www.hausarbeiten.de die Titel und die Gliederungen von bereits eingereichten Abschlussarbeiten einsehen. Wenn Sie zu einem ähnlichen Thema arbeiten, liegt die Versuchung nahe, eine bestehende Gliederung zu übernehmen. Außerdem gibt es Ideenplagiate, die aber außerordentlich schwer nachzuweisen sind.

Zusätzlich gibt es Paraphrasen- oder verschleierte Plagiate

Hier wird ein Text oder ein Abschnitt zwar inhaltlich übernommen, aber es werden Zeitformen geändert oder die kopierten Passagen werden stilistisch passend gemacht.

Ein Plagiatscanner erkennt solche semantischen Unterscheidungen nicht, er macht lediglich einen Ähnlichkeitsvergleich. Dabei findet er Textpassagen und Wörter, die auch in anderen Quellen vorkommen. Ein Plagiatscanner macht Ihnen allerdings keine Vorschläge, wie Sie den Prüftext abändern können. Hier können Ihnen Ghostwriter Musterbeispiele liefern.

Wie viel Prozent Plagiat erlaubt sind, lässt sich nicht eindeutig sagen

Ein Plagiatscanner geht den Fließtext Ihrer Bachelorarbeit auf Treffer durch, er überprüft alle Wörter, auch die Fußnoten. Wenn sich beim Scannen Ähnlichkeiten zu anderen Texten ergeben, wird das gekennzeichnet. Anschließend wird eine Einschätzung zum Plagiats-Level abgegeben. Bedenkliche Textstellen werden durch Markierungen gekennzeichnet. Grün bedeutet unbedenklich, orange sollte überprüft werden und rot wird als Plagiat gewertet.

Beispiel PlagScan

Das Programm PlagScan z.B. wertet lediglich eine Trefferanzahl von unter 1% als unbedenklich, zwischen 1% und 5% gilt das Plagiats-Level als überprüfungsbedürftig, über 5% als Plagiat.

Eine Plagiatsprüfung ist ein Ähnlichkeitsvergleich. Es ist kaum möglich, einen grünen Text zu schreiben, also ein Plagiats-Level von unter 1% zu erzielen. Ziel muss es sein, dass höchstens 5% Ihres Textes mit Internetquellen übereinstimmen.

Merke:

Wichtig zu wissen ist, dass Sie nach Abgabe der Arbeit keine Möglichkeit mehr haben, plagiatsverdächtige Stellen zu ändern. Wenn der Verdacht auf eine Täuschungsabsicht einmal in der Welt ist, lässt er sich nicht mehr rückgängig machen.

Deswegen sollten Sie vorab wissen, wie viel Plagiat erlaubt ist und ob Ihre Arbeit verdächtig ist. So können Sie Phrasen im Graubereich vor der Abgabe ändern. Ghostwriter können beim Überprüfen und Umformulieren helfen, damit es nicht mehr nach Plagiieren aussieht.

Plagiatsvorwurf Bachelorarbeit: Empfindliche Strafen drohen

Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt, das sich durch Schlamperei rechtfertigen lässt. Wenn in einer wissenschaftlichen Arbeit Plagiate nachgewiesen werden, wird der Prüfungsausschuss informiert. Dann beginnt eine Überprüfung Ihrer Arbeit und ein genauer Abgleich mit Werken aus verschiedenen Datenbanken. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Ihnen empfindliche Strafen. Ihr Betreuer und auch der Zweitprüfer haben dabei keinen Ermessensspielraum, denn das Verfahren wird von der Fakultät geleitet.

Manche Hochschulen drohen inzwischen auch mit Geldstrafen, sollten die eingereichten Publikationen einen Täuschungsversuch darstellen. Es können bis zu 50.000 Euro Strafe fällig werden, wenn sich die Täuschungsabsicht bestätigt.

Plagiatsvorwurf Bachelorarbeit: Wie geht es weiter?

Die Prüfungsordnungen regeln, was passiert, wenn trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bei einer Arbeit ein Plagiatsverdacht entsteht. Zunächst ist ein klärendes Gespräch zwischen Betreuer und Studierenden vorgesehen. Hier gibt es einen Ermessensspielraum. Der Plagiatsverdacht wird entweder ausgeräumt – oder aber er erhärtet sich. In diesem Falle wird der Prüfungsausschuss informiert. Ihre Arbeit wird dann weiter überprüft.

Wie werden Plagiate überprüft?

Wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit einreichen, erklären Sie am Ende, dass Sie alle Quellen ordnungsgemäß angegeben haben. Problematisch ist, wenn Textpassagen aus Versehen anderen Arbeiten ähneln.

Auf Seiten wie grin.de oder hausarbeiten.de kann jeder wissenschaftliche Texte hochladen. Diese Texte stehen dann im Netz und sind durch Suchmaschinen auffindbar. Das führt dazu, dass ein Programm zum Plagiatsprüfung Ihren Text mit allen diesen Arbeiten vergleicht. Es kann Ihnen also passieren, dass Sie in Ihrem Text unbewusst Plagiate haben.

Unbedingt selbst vor der Abgabe einen Plagiatsprüfung machen!

Um solche Situationen zu vermeiden, sollten Sie vor der Abgabe selbst einen Plagiatsprüfung machen. Es gibt hierfür im Internet verschiedene Tools. Professionelle Plagiatssoftware zum Erkennen von Plagiaten ist meist kostenpflichtig. Sie können sich aber auf Seiten wie https://www.ithenticate.com/ oder https://www.plagscan.com/de/ einen kostenlosen Zugang einrichten.

Dann können Sie die Tools kostenlos testen und z.B. eine Seminararbeit überprüfen lassen. Bei PlagAware können Sie zehn Seiten kostenfrei überprüfen lassen, anschließend müssen Sie für die Leistung bezahlen. PlagAware ist ebenso ein Prüfprogramm, welches Onlinequellen mit der eigenen Arbeit vergleicht und überprüft ob die Inhalte identisch oder ähnlich sind.

GWriters bietet Ihnen ebenfalls eine Überprüfung auf Plagiate an. Wenn ein Plagiatsvorwurf entsteht, können Ghostwriter Ihnen weiterhelfen. Sie können die entsprechenden Textstellen so ändern, dass verdächtige Stellen kein Plagiat mehr sind.

Plagiatsbericht: Ab wann Plagiat?

Wenn Sie eine Plagiatssoftware nutzen, bekommen Sie nach dem Textvergleich einen Plagiatsbericht zu Ihrer Arbeit. Bei PlagScan beispielweise laden Sie die zu prüfende Datei hoch oder stellen den Text mittels Copy-paste ein. Dann drücken Sie den „Check“-Button – das Programm beginnt dann den Plagiatsprüfung. Das dauert je nach Länge des Textes eine Weile. Für 20 Seiten braucht das Programm ungefähr fünf Minuten.

Der Bericht zum Scan sieht dann so aus:

Plagscan Beispiel- Plagiatsvorwurf

Ganz oben links steht das Plagiats-Level, in diesem Falle 3,6 %. Das ist vom Umfang her völlig unproblematisch. Dennoch sollten Sie die Datei dann händisch überprüfen. Die Plagiatssoftware arbeitet mit künstlicher Intelligenz und zeigt besonders auffällige Passagen („exact match“) rot an. Diese Stellen sollten Sie überprüfen. In diesem Beispiel handelt es sich bei den rot markierten Stellen um Zitate, die korrekt mit Ursprungsquelle und Anführungszeichen angegeben wurden.

Auch Einträge in Verzeichnissen werden manchmal von der Plagiatskontrolle erfasst, obwohl es sich um Quellenangaben handelt. Damit Literaturverzeichnis, Tabellenverzeichnis und Abkürzungsverzeichnis nicht unter Plagiatsverdacht geraten, sollten Sie auch solche Treffer umformulieren.

Umgeschriebener Plagiatsanteil

Vorsicht ist bei den blauen Markierungen geboten. Hierbei handelt es sich um Stellen, die das Prüfprogramm als umgeschrieben einstuft – also letztlich auch als Plagiatsstellen. Damit Ihnen im Prüftext keine Schlamperei unterstellt wird, können Ghostwriter Ihnen eine Mustervorlage erstellen. Links werden Ihnen unter „All sources“ die Quellen zu den jeweiligen Treffern angegeben. Diese Quellen sind bei PlagScan verlinkt. Sie können sie direkt anklicken und bekommen dann oftmals sogar den Volltext.

Sie können links oben bestimmte Quellen von der Überprüfung ausschließen. Das ist sinnvoll, wenn Sie eine Arbeit mehrfach prüfen lassen. Das Programm findet dann Selbstplagiate: Die frühere Version wird dann mit einbezogen und es gibt entsprechend viele Übereinstimmungen und Fundstellen. Sie müssen also frühere Versionen als Quellen vor der Überprüfung ausschließen.

Wie viel Prozent Plagiat Bachelorarbeit?

Problematischer ist es, wenn Sie zu stark in der jeweiligen Fachsprache schreiben und sich dadurch das Plagiats-Level Ihres Textes erhöht. Bei manchen Themenbereichen sind sich Fachtermini, Sprachstil und Grammatik sehr ähnlich. Im folgenden Beispieldokument werden Passagen als „exact match“ erkannt, die keine Zitate sind. Dennoch entstehen Treffer. Das liegt daran, dass eine stark formalisierte Sprache verwendet wurde. Über manche Themen wurde auch schon sehr viel geschrieben, sodass alle nachfolgenden Veröffentlichungen in gewisser Weise nur Wiederholungen sind.

wie viel plagiat ist erlaubt- Plagscan

Verbesserungen sind an solchen Stellen heikel. Über manche Themen wurde schon so viel geschrieben, dass es sehr schwer ist, wirklich einmalige Formulierungen zu finden. Manchmal ist es nötig, jede neue Version wieder überprüfen zu lassen. Das wiederum führt zu Kosten, weil Sie die Vollversion des Plagiats-Programms benötigen.

Plagscanbeispiel

Im vorliegenden Beispiel wurden alle rot markierten Stellen aus dem ersten Scan-Durchgang verändert. Diese Stellen wurden in der zweiten Fassung unterstrichen, damit sie besser erkennbar sind. Von sieben Stellen werden in der zweiten Überprüfung noch vier rot angezeigt – und das, obwohl alle Stellen umgeschrieben wurden. Das Plagiats-Level insgesamt wurde von 4,6% auf 3,8% gedrückt. Allerdings ist der Aufwand für diese Verbesserungen sehr hoch. Und wie das Beispiel zeigt, führt das Umschreiben einzelner Stellen nicht automatisch dazu, dass weniger verdächtige Stellen erkannt werden.

Um die gefundenen Verdachtsfälle in Ihren Texten zu verbessern, können Sie die professionelle Unterstützung durch einen Ghostwriter in Anspruch nehmen. Alternativ können Sie sich eine Mustervorlage für beispielsweise Ihre Hausarbeit schreiben lassen.

Fazit: Plagiatsvorwurf Bachelorarbeit gar nicht erst aufkommen lassen!

Es gibt zwar Richtwerte, wie viel Prozent Plagiat erlaubt sind. Allerdings sollte das Ziel darin bestehen, möglichst jeden Verdacht vor dem Einreichen einer Arbeit auszuräumen. Lassen Sie also jede Ihrer Arbeiten vor der Abgabe auf Plagiate prüfen!

Am Anfang haben Sie vielleicht Probleme, die Prüfberichte zu verstehen. Lassen Sie sich in solchen Fällen beraten. Nicht alles, was eine Plagiatssoftware zum Überprüfen von Plagiaten Ihnen anzeigt, ist auch tatsächlich ein Plagiat.

Sie können auch bei GWriters eine Plagiatsprüfung vornehmen lassen. Erfahrene Ghostwriter bessern verdächtige Stellen dann aus, bevor Sie die Arbeit abgeben.

Weiterführende Quelle:

Uni Köln: Leitfaden Umgang mit Plagiaten