Doktortitel als Karrierefaktor – Zwischen Status und Qualifizierung

Datum: 16.10.2014 Erschienen in: Karrierefaktor

Die Karriereleiter hält viele Herausforderungen bereit. Auf dem Weg zum Ziel sind es in erster Linie die individuellen Fähigkeiten, die voranbringen und Vorgesetzte überzeugen. Neben der persönlichen Qualifikation sind es aber nicht zuletzt Titel, die den Unterschied machen können. Der Doktortitel spielt dabei eine wesentliche Rolle. Auch wenn diese Tatsache vielerorts verdrängt wird: Ein Doktortitel kann Türöffner und Sprungbrett zugleich sein.

Ansehen in der Gesellschaft

Die Erreichung des höchsten akademischen Grads ist für viele Promovenden das angestrebte Ziel, wenn sie ihr Studium beginnen. Promotionen trugen anfangs maßgeblich dazu bei, dem Bildungsformat zu Legitimation zu verhelfen. Sie sind so alt wie die Universität selbst. Die Vorbehalte der Gesellschaft gegenüber Akademikern haben sich bereits früh abgezeichnet. Doktorales Fachwissen und Magisterstolz trafen bereits im 14. Jahrhundert auf die Skepsis der handwerklich arbeitenden Gesellschaft. Die Vorurtele wurden im Laufe der Zeit verstärkt. Grund hierfür sind zwei wesentliche Aspekte: Zum einen wurde die Aufklärung der Gesellschaft über die internen Verfahren und Promotionsorganisationen vernachlässigt. Zum trugen die Universitäten mit ihrer Ungleichheitsordnung zum abgehobenen Image bei. Mittlerweile hat sich das Gesellschaftsbild hinsichtlich des Doktortitels stark gewandelt. Heute erfreut sich der Doktortitel an hohem Ansehen und Respekt.

Zahlt sich der Doktortitel aus?

Obwohl die zahlreichen Plagiatsfälle, wie das Beispiel des Ex-Verteidigungsministern zu Guttenberg 2011 bestätigt, das Vertrauen in die internen Strukturen der Promotionsorganisation geschmälert hat, bleibt unbestritten, dass sich der Doktortitel lohnt. Während die Gesellschaft die prominenten Übeltäter als schuldig einordnet, darf nicht vergessen werden, dass eine unbeabsichtigte, nicht ordnungsgemäße Kennzeichnung von fremdem geistigen Eigentum durchaus vorkommen kann. Daher müssen Promovenden bei der Erstellung ihrer Doktorarbeit überaus gewissenhaft vorgehen, um zu vermeiden unwissentlich ein Plagiat zu nutzen. Angehende Doktoranten erhalten auf der Webpräsenz des Unternehmens GWriters International mehr Informationen zu Inhalt und Aufbau einer Doktorarbeit sowie hilfreiche Hinweise zu einer Plagiatsprüfung der akademischen Ausarbeitung. Diese Prüfung ist angesichts der bekannten Affären wichtiger denn je. Dass es sich lohnt Zeit und Fleiß in eine unanfechtbare und ordentliche Doktorarbeit zu investieren, beweist unter anderem die Sendung “Panorama”, die bei der ARD ausgestrahlt wurde und Schwindler entlarvt. Wie hier verdeutlich wird, ist der Imageschaden erheblich.

Wer den Titel als Hochqualifiziert trägt, maximiert die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere. Zudem steigen die Verdienstmöglichkeiten und soziales Prestige markant. Die Entwicklung zeigt, dass der Doktortitel durchaus erstrebenswert ist. Aus einer Untersuchung von Guido Heineck (Prof. Dr., unter anderem Research Fellow des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit) und Britta Matthes (Dr., wissenschaftliche Mitarbeiterin im IAB), dessen Ergebnisse vom Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung veröffentlicht wurde, geht hervor: „In den letzten gut 10 Jahren sind in Deutschland, mit leicht steigender Tendenz, pro Jahr etwa 24.000 Promotionen abgeschlossen worden. Im Vergleich zu den Ländern des OECD-Raums werden in Deutschland mit diesen knapp 2,5 Prozent pro Alterskohorte überdurchschnittlich viele Personen promoviert. Nur Portugal, die Schweiz, Schweden und Finnland verzeichnen noch höhere Promoviertenanteile.“

Es ist zwar nicht selten, dass Promovenden eine Promotion nutzen, um schlechte Lagen auf dem Arbeitsmarkt zu überbrücken, theoretische Ansatzpunkte bestätigen jedoch, dass ein Doktortitel Renditen bringt. Ein wesentlicher Gesichtspunkt ist dabei, dass der Titel zunächst als Investition in das Humankapital gesehen werden kann. Wie auch andere Bildungsinvestitionen steigert auch die Promotion die Qualifikation der Person und ist mit höherem Einkommen in Verbindung zu bringen. Gleichzeitig spiegelt ein Doktortitel Motivation, Produktivität, Ausdauer und Leistungsbereitschaft wieder, was für viele potenzielle Arbeitgeber entscheidende Auswahlkriterien sind. Die mit dem Doktortitel einhergehenden Privilegien gründen außerdem nicht auf reinem Prestige, sondern viel mehr auf den verbesserten Zugangsvoraussetzungen für hohe Positionen in Unternehmenshierarchien.

Die Vorteile eines Doktortitels im Überblick:

  • Höhere Verdienstmöglichkeiten
  • Bessere Chancen auf hohe Positionen
  • Vorteil beim Berufseinstieg
  • Wertvolle Investition in das Humankapital
  • Prestige
  • soziale Anerkennung

Praxisnahe Konsequenzen

Festzuhalten bleibt allerdings, dass sich der Doktortitel nicht in allen Fächern lohnt. Der deutsche Arbeitsmarkt ist berufsfachlich klar strukturiert, wodurch sich in verschiedenen Arbeitsmärkten sehr unterschiedliche Situationen in Bezug auf das Angebots- und Nachfrage-Verhältnis ergeben. Daher kann es durchaus vorkommen, dass promivierte Personen in gewissen Branchen keine Vorteile aus ihrem Titel ziehen können. Es hängt also nicht allein vom Titel ab, ob eine adäquate Beschäftigung möglich ist.

Bei einem Blick auf den Trend ist zu beobachten, dass Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften an Bedeutung gewinnen und die Top-Positionen mit entsprechenden Führungskräften inklusive Doktortitel besetzt werden. Die folgenden vier Fachrichtungen der Promotionen sind unter den Vorstandsvorsitzenden in den DAX-30 Unternehmen laut Daten des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung prägend:

  • Ingenieurswissenschaften 37%
  • Rechtswissenschaften 21%
  • Betriebswirte 21%
  • Naturwissenschaften 21%

Im richtigen Fach promoviert, profitieren Doktoren zweifelsfrei von ihrem Titel. Denn Arbeitsplätze sind heute mehr denn je ein wertvolles und knappes Gut. Um aus der Masse der Bewerber mit unterschiedlichem Bildungsniveau herauszustechen, ist ein Doktortitel ein nicht zu unterschätzendes Merkmal.