Fremdsprachige Quellen Zitieren Gwriters

Video: Zitieren von fremdsprachigen Quellen – So wird es richtig gemacht

Wie zitiere ich fremdsprachige Quellen in meinen wissenschaftlichen Arbeiten? Wann muss ich diese Quellen nicht und wann doch übersetzen? Und wenn doch, wie baue ich die fremdsprachigen Zitate wissenschaftlich richtig ein? – Diese und mehr Informationen vom akademischen Ghostwriter gibt es im Video.

Transkription:

Hallo und herzlich Willkommen zu einem weiteren GWriters Tutorial. Heute geht es um das Zitieren. Und hierbei nicht primär um das Zitieren von deutschen Quellen, sondern um das Zitieren von fremdsprachigen Quellen. Dennoch müssen wir ein wenig auf das allgemeine Thema des Zitierens von Quellen eingehen, bis wir uns speziell dann mit dem Zitieren von fremdsprachigen Quellen beschäftigen. Und hier steht das Thema der Übersetzung im Vordergrund der Fragestellung.

Welchen Zitierstil sollte ich beim Zitieren von fremdsprachigen Quellen verwenden?

Fangen wir zunächst einmal mit dem Stil an des Zitierens von fremdsprachigen Quellen. Und da sind wir automatisch auch bei dem Zitieren von deutschen Quellen angelangt. Das heißt im Grundsatz gilt es, wenn Sie eine fremdsprachige Quelle haben: Wie zitieren Sie diese? Ganz simpel, wie eine deutsche Quelle. Das heißt der Beleg über Ihre fremdsprachige Quelle unterscheidet sich überhaupt nicht von dem Beleg, den Sie verwenden bei einer deutschen Quelle und umgekehrt. Das heißt, Sie können eins zu eins den Zitierstil verwenden, den Sie auch bei deutschen Quellen verwenden, den verwenden Sie auch bei Ihren fremdsprachigen Quellen. Das ist umso mehr wichtig deswegen, weil es ja ganz, ganz wichtig ist, dass Sie in einer wissenschaftlichen Arbeit immer nur einen wissenschaftlichen Zitierstil verwenden und nicht den Zitierstil wechseln. Von daher verbietet es sich schon aus dem Gesichtspunkt heraus, für fremdsprachige Quellen einen anderen Zitierstil zu verwenden als für deutsche Quellen.

Wenn Sie jetzt fragen: Was für einen Zitierstil soll ich dann verwenden? Nun, das hängt ab von den Vorgaben Ihrer Hochschule. Das heißt, setzen Sie sich bitte im Vorfeld der Erstellung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit Ihrer Hochschule in Kontakt. Häufig gibt es Leitfäden, die dann eben eine Vorgabe geben zu dem, was als wissenschaftlicher Zitierstil zu verwenden ist.

Ein ganz gängiger Zitierstil, der häufig auch bei englischsprachigen Texten Verwendung findet, ist der APA-Zitierstil. Auch hier muss man wiederum dann unterscheiden von der Zitierung im Text, das heißt wie wird die Quelle im Text wiedergegeben, und wie wird die Quelle im Literaturverzeichnis wiedergegeben.

Wenn wir mal bei der Wiedergabe im Text bleiben, weil das ist das Wichtigere und das soll heute auch hier im Mittelpunkt stehen, dann ist es zum Beispiel bei APA so, dass Sie in der Regel eine Zitierung im Text haben. Das heißt Sie haben hier Ihren Text stehen. Dann kommt eine Klammer. Nach dieser Klammer nennen Sie dann den Autor. Dann in der Regel das Jahr. Und dann die Seite. Ob dazwischen hier jetzt noch Kommas gesetzt werden, ob hier ein Doppelpunkt gesetzt wird, ob die Seite unmittelbar anschließend ist, also ob Sie nur die Zahl nennen oder ob Sie dann noch ein “S.” davor setzen, das ist unterschiedlich – auch von Hochschule zu Hochschule, je nach Vorgabe. So wie ich es Ihnen hier aber gezeigt habe, hier würden Sie eine klassische Vorgabe nach APA sehen. Das wäre die eine Seite, der Stil. Sie merken sich also: Fremdsprachige Quelle zitiere ich so wie deutsche Quellen.

Sollte ich fremdsprachige Quellen in meiner wissenschaftlichen Arbeit übersetzen?

Viel, viel wichtiger aber bei fremdsprachigen Quellen ist die Frage der Übersetzung. Und wie immer im Leben gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ich übersetze oder ich übersetze nicht. Wann übersetzen Sie fremdsprachige Quellen? Sie übersetzen fremdsprachige Quellen immer dann, wenn eine Übersetzung erst mal technisch und praktisch überhaupt möglich ist. Das heißt Sie müssen diese fremde Sprache beherrschen, um die fremdsprachige Quelle übersetzen zu können. Und wenn die Übersetzung auch einen Mehrwert bringt, wenn sie eine eigene Leistung darstellt. Das heißt Sie lesen etwas, Sie lesen etwas in einem zum Beispiel englischsprachigen Text, und können dann mit Hilfe Ihrer Übersetzung dieses Zitates, dieser Textstelle, dieses Absatzes, dieser Seite noch einen zusätzlichen wissenschaftlichen Beitrag für Ihre Arbeit leisten. Immer dann empfiehlt es sich, diese Textstelle, diese Seite, was es auch immer ist, zu übersetzen. Dann ist es natürlich auch kein direktes Zitat mehr, was Sie in den berühmten Anführungszeichen schreiben, sondern dann ist ein indirektes Zitat, weil Sie eben die Seite an sich oder die Textstelle an sich wiedergeben.

Wann sollte ich fremdsprachige Quellen nicht übersetzen?

Wann sollten Sie eine Textstelle nicht übersetzen? Drei Kriterien, die Sie in diesem Fall überprüfen sollten und die Sie dann dazu bringen sollten, gegebenenfalls eine Textstelle nicht zu übersetzen. Zum einen das Thema Authentizität. Wenn Sie zur Erkenntnis kommen, das ist eine “so gute” Aussage, die stellt so authentisch die Meinung eines Autors, die Meinung vielleicht sogar einer ganzen Schaffensperiode, die Meinung über ein Thema dar, so dass eine Übersetzung das im Grunde genommen nur verschlechtern würde, dass Sie es gar nicht so gut in der deutschen Sprache wiedergeben können, Stichwort gute Formulierung. Von daher passt Authentizität sehr stark mit guter Formulierung zusammen. Wenn Sie zu dieser Erkenntnis kommen, dann sollten Sie die Quelle im Original wiedergeben und nicht übersetzen.

Ein zweites wichtiges Kriterium oder das nächste wichtige Kriterium ist natürlich das Kriterium geläufige Sprache. Sie dürfen nur dann Quellen nicht übersetzen, wenn es sich um eine geläufige Sprache, also in der Regel wird es in wissenschaftlichen Arbeiten Englisch sein, handelt. Weil es muss ein Dritter, der die Arbeit liest, der jetzt auch nicht unbedingt ein Fachexperte ist, aber diese Sprache natürlich beherrscht, etwas mit dem Text, mit dem Inhalt salopp formuliert anfangen können. Er muss ihn verstehen können. Er muss ihn interpretieren können. Und dann muss er natürlich auch Übersetzungen übersetzen können oder für sich übersetzen können. Das muss nicht immer wortwörtlich sein, aber er muss sie zumindest in einem für sich vorhandenen Verständnis übersetzen können, dass er die Arbeit im Gesamtzusammenhang versteht. Und deswegen sollten Sie bei der Wiedergabe von Originalzitaten in der fremden Sprache auch immer drauf achten, dass es Zitate sind, die man mit einem Standardwortschatz in der vorhandenen Sprache versteht. Es sollten also nicht unbedingt jetzt Fachbegriffe enthalten sein. Und wenn Fachbegriffe enthalten sind, dann können Sie es ruhig auch wiedergeben, aber dann müssen Sie diese Fachbegriffe in einem nächsten Schritt übersetzen ins Deutsche. Das heißt, stellen Sie sich immer einen Dritten vor, der diese Arbeit liest, dann muss er in der Lage sein, diese Textstellen zu verstehen, zu übersetzen, zu interpretieren und letztlich dann auch in einen Gesamtzusammenhang zu bringen.

Wie sollte die Übersetzung meiner fremdsprachigen Quelle aussehen?

Eine Alternative ist häufig – teilweise wird dies übrigens auch von den Lehrstühlen von den Hochschulen, von den Fachhochschulen gefordert -, dass Sie entweder die fremdsprachige Quelle in der Arbeit im Text übersetzen und dann die Originalquelle in der Fußnote wiedergeben oder umgekehrt. Das heißt Sie geben dann im Text den Originaltext wieder und übersetzen ihn in der Fußnote mit der kleinen Klammer “Übersetzung des Verfassers” oder “Übersetzung des Autors”. Das ist sogar eine sehr, sehr häufige und eine sehr gängige Vorgehensweise, die natürlich einen großen Vorteil hat, Sie verknüpfen letztlich beide Themen miteinander, nämlich auf der einen Seite, dass Sie authentisch sind, dass Sie gute formulierte fremdsprachige Quellen aufzeigen und dass Sie diese wiedergeben, dass Sie sie nicht verfälschen durch eine Übersetzung. Tragen aber gleichzeitig, wenn sie in der Fußnote die Übersetzung vornehmen, zu einem guten Verständnis der Arbeit bei. Und von daher ist das zum Teil sogar als der Idealweg zu bezeichnen.

Welche unterschiedlichen Vorgaben gibt es bei der Übersetzung fremdsprachiger Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten?

Abschließend ist noch darauf hinzuweisen, dass bei diesem Thema “Übersetzung Ja/Nein” auf jeden Fall auch immer die Vorgaben Ihrer Hochschule zu beachten sind. Das heißt Sie sollten sich im Vorfeld darüber informieren, wie Ihre Hochschule zu dem Thema steht. Und teilweise sagen die Hochschulen “Fremdsprachige Quellen müssen übersetzt werden”. Teilweise sagen aber auch die Hochschulen “Fremdsprachige Quellen dürfen gar nicht übersetzt werden”, müssen also im Original verwendet werden. Teilweise sogar sagen die Hochschulen “Es darf überhaupt keine direkten Zitate in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit geben”, was automatisch dann bedeutet, Sie müssen die wissenschaftlichen fremdsprachigen Quellen übersetzen. Das heißt, ganz wichtig, im Grunde genommen als Vorschritt zu diesem Schritt: Wenn Sie sich damit beschäftigen, wenn Ihr Text auch fremdsprachige Quellen enthält – und die meisten wissenschaftlichen Texte werden dies haben, weil vieles eben in der englischsprachigen Literatur publiziert wird -, fragen Sie an Ihrer Hochschule nach, wie hier die Vorgaben sind, weil erst dann “lohnt es sich”, sich intensiver mit diesen Fragenstellungen zu beschäftigen.

Fazit

Zusammenfassend also noch einmal formuliert: Stil – wie das deutsche Zitieren. Übersetzung Ja/Nein. Machen Sie es A von den Vorgaben Ihrer Hochschule abhängig und B übersetzen dann, ja, wenn Sie einen eigenen Beitrag aus der Übersetzung leisten können. Nein, wenn der Text so authentisch ist, so gut formuliert ist und in einer geläufigen Sprache formuliert ist, dass Sie sagen “In dem Fall verbietet sich eine Übersetzung”.

Abschließend das Thema Fußnote: Eine gute Alternative kann sein, englischsprachige oder allgemein formuliert fremdsprachige Texte in der Arbeit wiederzugeben und die Übersetzung dann, die deutsche Übersetzung, mit der Anmerkung “Übersetzung durch den Verfasser” beziehungsweise “den Autor” in der Fußnote vorzunehmen.

In diesem Sinne viel Glück, viel Erfolg bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit und hier insbesondere im Umgang mit fremdsprachigen Quellen.