Stellungnahme bei Täuschungsversuch: Muster, Vorlage & richtig reagieren
(Head of Marketing)
07.10.2026
Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.
Eine Aufforderung zur Stellungnahme bei einem Täuschungsversuch kann verunsichern: Die Hochschule vermutet möglicherweise eine nicht gekennzeichnete Übernahme, ein unerlaubtes Hilfsmittel oder eine unzulässige Nutzung von ChatGPT. Eine solche Mitteilung ist zunächst anhand ihres Wortlauts einzuordnen. Ein Vorwurf, die Gelegenheit zur Stellungnahme und eine abschließende Entscheidung sind unterschiedliche Verfahrensschritte.
Mit einer Stellungnahme schildern Sie den tatsächlichen Ablauf, beziehen sich auf konkrete Beanstandungen und legen vorhandene Nachweise vor. Dieser Beitrag zeigt einen zweckmäßigen Aufbau, enthält eine anpassbare Vorlage und erklärt, wie Sie KI-bezogene Vorwürfe sachlich beantworten. Die passende Reaktion hängt von Prüfungsordnung, Hilfsmittelregeln und Verfahrensstand ab.
Das Wichtigste in Kürze
Die Hochschule fordert Sie auf, zu einem möglichen Täuschungsversuch Stellung zu nehmen? Prüfen Sie zuerst, was Ihnen konkret vorgeworfen wird und bis wann Sie antworten sollen. Beschreiben Sie anschließend den tatsächlichen Ablauf und belegen Sie Ihre Angaben mit passenden Unterlagen.
- Mitteilung genau lesen: Klären Sie, ob Sie um eine Erklärung gebeten werden, eine formelle Anhörung vorliegt oder bereits eine Entscheidung getroffen wurde. Davon hängt das weitere Vorgehen ab.
- Frist und Übermittlungsweg prüfen: Notieren Sie, wann und in welcher Form Ihre Antwort eingehen soll. Eine beantragte Fristverlängerung gilt erst, wenn sie bestätigt wurde.
- Den konkreten Vorwurf klären: Welche Textstellen oder Hilfsmittel werden beanstandet? Bitten Sie um fehlende Angaben und die zugrunde liegenden Regeln.
- Vorhandene Nachweise sichern: Bewahren Sie die eingereichte Arbeit, Entwürfe, Quellen, Auswertungen und relevante Nachrichten unverändert auf. Ordnen Sie die Unterlagen den einzelnen Vorwürfen zu.
- KI-Nutzung konkret beschreiben: Falls Sie ChatGPT oder andere KI-Werkzeuge verwendet haben, benennen Sie Zweck und Umfang wahrheitsgemäß. Prüfen Sie, welche Nutzung erlaubt war und welche Angaben verlangt wurden.
- Das Muster an Ihren Fall anpassen: Die Vorlage hilft beim Aufbau. Übernehmen Sie nur Aussagen, die auf Ihren Fall zutreffen, und beantworten Sie jeden bekannten Vorwurf einzeln.
- Passende Unterstützung einholen: Unsere Ghostwriter können beim Ordnen und Formulieren Ihrer eigenen Angaben helfen. Wenn rechtliche Fragen oder erhebliche Prüfungsfolgen im Raum stehen, wenden Sie sich an eine qualifizierte Prüfungsrechtsberatung.
Kurzantwort: Eine nachvollziehbare Stellungnahme beantwortet den konkreten Vorwurf, beschreibt den tatsächlichen Arbeitsablauf und verweist auf passende Nachweise. Bleiben Sie sachlich, prüfen Sie jede Angabe und beachten Sie die gesetzte Frist.
Vier wichtige Fragen vorab
1. Ist eine Stellungnahme schon ein Schuldeingeständnis?
Eine sachliche Erklärung kann einen Vorwurf bestreiten, einordnen oder einen tatsächlich vorliegenden Fehler beschreiben. Entscheidend ist der konkrete Inhalt, nicht die Bezeichnung des Schreibens.
2. Sollte ich auf eine Aufforderung einfach nicht reagieren?
Ignorieren Sie die Mitteilung nicht. Prüfen Sie Frist und Verfahrensstand und klären Sie, welche Unterlagen Ihnen für eine fundierte Antwort fehlen.
3. Kann ich das Muster unverändert übernehmen?
Nein. Entfernen Sie unpassende Abschnitte und tragen Sie nur Tatsachen ein, die auf Ihren Fall zutreffen. Jede Aussage muss mit Ihren Unterlagen und Ihrer tatsächlichen Hilfsmittelnutzung vereinbar sein.
4. Wann ist unabhängige Beratung besonders wichtig?
Wenn erhebliche Folgen, ein endgültiges Nichtbestehen oder der Verlust des Prüfungsanspruchs drohen, sollte der konkrete Fall frühzeitig mit einer qualifizierten Prüfungsrechtsberatung besprochen werden.
Was bedeutet eine Aufforderung zur Stellungnahme bei Täuschungsversuch?
Die Hochschule kann Sie auffordern, sich zu einem vermuteten Regelverstoß zu äußern. Gegenstand können beispielsweise auffällige Übereinstimmungen, verbotene Hilfsmittel oder widersprüchliche Angaben zur Eigenständigkeit sein. Lesen Sie genau, was behauptet wird und wer die Erklärung anfordert. Eine E-Mail einer Betreuungsperson kann einen anderen Zweck haben als eine formelle Anhörung durch das Prüfungsamt.
Ein öffentlich dokumentiertes Beispiel bietet das Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln: Nach einer Verdachtsanzeige wird dort eine Stellungnahme des Studierenden eingeholt; anschließend entscheidet der zuständige Ausschuss. Dieses Verfahren gilt für den dort beschriebenen Bereich und ist keine bundesweit einheitliche Verfahrensordnung.
Eine Stellungnahme ist auch nicht automatisch ein Widerspruch oder ein anderer Rechtsbehelf gegen einen bereits erlassenen Bescheid. Wenn bereits eine Entscheidung vorliegt, prüfen Sie deren Rechtsbehelfsbelehrung und die konkret vorgesehenen Möglichkeiten. Ein zusätzliches Erklärungsschreiben wahrt nicht zwangsläufig die hierfür geltenden Fristen.
Was sollten Sie vor dem Schreiben tun?
Mitteilung und Frist vollständig erfassen
Speichern Sie Nachricht, Anhänge und den Zeitpunkt des Zugangs. Notieren Sie die Antwortfrist und den verlangten Übermittlungsweg. Wenden Sie sich rechtzeitig an die zuständige Stelle, wenn eine Frist unklar ist.
Konkrete Beanstandungen anfordern
Bitten Sie um die betroffenen Textstellen, den maßgeblichen Bericht und die Regel, auf die sich der Verdacht bezieht. Eine allgemeine Formulierung wie „wirkt KI-generiert“ genügt Ihnen nicht, um einzelne Arbeitsschritte gezielt zu erläutern.
Originalunterlagen unverändert sichern
Bewahren Sie die abgegebene Datei, Entwürfe, Quellen, Daten, Auswertungen und Nachrichten auf. Arbeiten Sie bei der Aufbereitung mit Kopien. Nachträgliche Erläuterungen müssen als solche erkennbar bleiben.
Prüfungs- und Hilfsmittelregeln vergleichen
Prüfen Sie die zum maßgeblichen Zeitpunkt geltende Prüfungsordnung, Aufgabenstellung und Eigenständigkeitserklärung. Halten Sie fest, ob ein Hilfsmittel verboten, begrenzt erlaubt oder dokumentationspflichtig war.
Punkte und Belege zuordnen
Legen Sie eine Tabelle an: Vorwurf, tatsächlicher Ablauf, zugehörige Datei, offene Frage. Dadurch wird sichtbar, was Sie bereits beantworten können und welche Informationen noch fehlen.
Falls wesentliche Unterlagen fehlen, können Sie nach dem einschlägigen Verfahren Einsicht oder die Übermittlung der entscheidungserheblichen Informationen beantragen. § 29 VwVfG enthält eine Regelung zur Akteneinsicht für Beteiligte. Ob und in welchem Umfang diese oder eine landesrechtliche Regelung im konkreten Hochschulverfahren anwendbar ist, muss gesondert geprüft werden.
Fristverlängerung: Begründen Sie einen Antrag konkret, etwa mit noch ausstehenden Unterlagen. Gehen Sie erst nach einer Bestätigung von einer neuen Frist aus. Eine Beratungsanfrage oder Bitte um Einsicht verschiebt die Frist nicht automatisch.
Stellungnahme bei Täuschungsversuch: sinnvoller Aufbau
Bestandteil | Inhalt | Worauf kommt es an? |
|---|---|---|
Zuordnung | Name, Matrikelnummer, Prüfung, Aktenzeichen und Datum der Mitteilung. | Der Vorgang muss eindeutig identifizierbar sein. |
Gegenstand | Kurze Benennung der beanstandeten Handlung oder Textstelle. | Den konkreten Vorwurf aufgreifen. |
Arbeitsablauf | Chronologie von Recherche, Schreiben, Auswertung und Hilfsmittelnutzung. | Nachprüfbare Tatsachen von Erinnerungen trennen. |
Antwort auf einzelne Punkte | Einordnung der beanstandeten Stellen und gegebenenfalls eines tatsächlichen Fehlers. | Jeden Punkt gesondert beantworten. |
Nachweise | Anlagen mit klarer Dateibezeichnung und Bezug zur Aussage. | Relevanz erklären; keine unübersichtliche Dateisammlung. |
Abschluss | Bitte um Berücksichtigung und gegebenenfalls um weitere Konkretisierung. | Sachlich bleiben und gewünschtes nächstes Vorgehen benennen. |
Die Länge richtet sich nach dem Umfang des Vorwurfs. Ein knapper Sachverhalt kann auf einer Seite erläutert werden; mehrere beanstandete Passagen können eine gegliederte Anlage erfordern. Entscheidend ist nicht eine möglichst lange Erklärung, sondern die eindeutige Zuordnung von Behauptung, Antwort und Beleg.
Stellungnahme bei Täuschungsversuch: Muster und Vorlage
Die folgende Vorlage für eine Stellungnahme bei Täuschungsversuch dient als Strukturhilfe. Eckige Klammern kennzeichnen Angaben, die Sie ersetzen oder entfernen müssen. Verwenden Sie keinen Baustein, der den tatsächlichen Ablauf falsch wiedergibt. Das Muster behauptet deshalb weder pauschale Unschuld noch einen bestimmten rechtlichen Ausgang.
Anpassbares Muster einer Stellungnahme
[Vorname Nachname]
[Matrikelnummer]
[Studiengang und Kontaktangaben]
[Ort, Datum]
An [Prüfungsamt / Prüfungsausschuss / zuständige Stelle]
[Aktenzeichen, falls vorhanden]
Betreff: Stellungnahme zu Ihrer Mitteilung vom [Datum] – [Prüfung / Titel der Arbeit]
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Ihrer Mitteilung vom [Datum] wurde ich gebeten, zu [konkreter Vorwurf, betroffene Stellen] Stellung zu nehmen. Hierzu erläutere ich den Ablauf und die vorliegenden Unterlagen wie folgt.
1. Entstehung der Prüfungsleistung
Die Arbeit entstand im Zeitraum [Zeitraum]. Meine Arbeitsschritte umfassten [tatsächlich durchgeführte Recherche, Planung, Auswertung und Texterstellung]. Die hierfür relevanten Arbeitsstände sind in Anlage [Nummer] dokumentiert.
2. Verwendete Hilfsmittel
Ich habe [tatsächlich eingesetzte Werkzeuge und externe Unterstützung] für [konkreter Zweck und Umfang] verwendet. [Soweit zutreffend: Die Nutzung wurde in / gegenüber … dokumentiert.] Die mir vorliegenden Vorgaben hierzu ergeben sich aus [Dokument und Datum].
3. Einordnung der beanstandeten Punkte
Zu [Textstelle / Punkt des Vorwurfs] ist festzuhalten: [konkrete, wahrheitsgemäße Erklärung]. Der hierfür relevante Nachweis findet sich in Anlage [Nummer, Seite / Dateistand]. [Weitere Punkte jeweils einzeln ergänzen.]
4. Offene Fragen
[Nur wenn erforderlich: Für eine ergänzende Einordnung bitte ich um die Konkretisierung von … beziehungsweise um die Übermittlung von … .]
Ich bitte darum, meine Darstellung und die beigefügten Unterlagen bei der Prüfung des Sachverhalts zu berücksichtigen. Für Rückfragen zum dargestellten Arbeitsablauf stehe ich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
[Name; Unterschrift, falls verlangt]
Anlagen
[A1 – Dokumentname und Datum]
[A2 – Dokumentname und Datum]
[Weitere relevante Anlagen]
Ein sinnvolles Anlagenverzeichnis nennt nicht nur „Entwürfe“, sondern beispielsweise „A1 – Gliederungsstand vom 12.05.; A2 – Literaturmatrix; A3 – Auswertungsskript“. Die Daten in diesem Beispiel sind frei gewählt und müssen durch Ihre tatsächlichen Angaben ersetzt werden. Zitieren Sie innerhalb der Stellungnahme die jeweilige Anlage so, dass die entscheidende Stelle ohne lange Suche auffindbar ist.
Formulierungsbeispiele für unterschiedliche Ausgangslagen
Der Vorwurf ist noch nicht konkret genug
„In Ihrer Mitteilung werden keine einzelnen Textstellen genannt. Ich bitte um die Konkretisierung der beanstandeten Passagen und der Regelgrundlage, damit ich den Sachverhalt gezielt erläutern kann.“
Diese Formulierung ersetzt keine Reaktion auf bereits bekannte Punkte. Beantworten Sie den Teil, den Sie nachvollziehbar prüfen können, und benennen Sie die noch fehlenden Informationen separat.
Sie bestreiten den Vorwurf anhand vorhandener Unterlagen
„Die beanstandete Passage auf Seite [X] entstand aus meiner Auswertung der Quellen [A und B]. In Anlage [Nummer] finden sich das zugehörige Exzerpt und der Entwurf vom [Datum]. Die Argumentationsschritte lassen sich dort wie folgt nachvollziehen: […].“
Nutzen Sie diesen Baustein nur, wenn er zutrifft. Eine nachvollziehbare Erläuterung des konkreten Abschnitts ist stärker als die allgemeine Aussage, Sie hätten immer selbstständig gearbeitet.
Eine Quellenangabe fehlt tatsächlich
„An der Stelle [X] fehlt der Nachweis zu [Quelle]. Die inhaltliche Grundlage ist in meinem Exzerpt [Anlage] dokumentiert. Ich erkenne an, dass der Nachweis in der eingereichten Fassung an dieser Stelle nicht enthalten ist.“
Ergänzen Sie nur Erklärungen zur Ursache, die Sie wahrheitsgemäß geben können. Ob der Fehler als formaler Mangel oder als Täuschung bewertet wird, entscheiden nicht diese Worte allein, sondern der Sachverhalt und die einschlägigen Regeln.
Sie haben KI tatsächlich eingesetzt
„Das Werkzeug [Name] wurde am [Datum / Zeitraum] für [Aufgabe] eingesetzt. Betroffen waren [Abschnitte / Arbeitsschritte]. Die Ausgabe wurde anschließend [tatsächlich vorgenommene Prüfung oder Bearbeitung]. Die Nutzung wurde [zutreffende Dokumentation beziehungsweise fehlende Angabe] erfasst.“
„Nur zur Inspiration“ ist keine ausreichende Beschreibung, wenn vollständige Absätze oder Auswertungen übernommen wurden. Benennen Sie den Umfang so konkret wie möglich, auch wenn das Ergebnis nicht zu Ihrer ursprünglichen Einschätzung der Regeln passt.
KI-Täuschungsversuch: Wie ordnen Sie ChatGPT- und AI-Vorwürfe ein?
Bei einem ChatGPT-Täuschungsvorwurf sollten drei Fragen getrennt werden: Wurde ein KI-Werkzeug tatsächlich verwendet? War dieser Einsatz erlaubt? Wurde eine vorgeschriebene Offenlegung erfüllt? Ein Hinweis auf sprachliche Muster beantwortet diese Fragen nicht vollständig.
Die Universität Hohenheim beschreibt für ihren Bereich eine grundsätzlich mögliche KI-Nutzung bei bestimmten unbeaufsichtigten schriftlichen Prüfungen; über die konkrete Zulässigkeit entscheiden dort die zuständigen Prüfenden. Das Beispiel zeigt die Bedeutung prüfungsspezifischer Regeln. Es belegt keine allgemeine Erlaubnis für Ihre Bachelorarbeit.
Die Studie von Weber-Wulff et al. (2023) dokumentiert Zuverlässigkeitsprobleme der damals untersuchten Detektoren. Deshalb ist es sachgerecht, zusätzlich nach dem konkreten Bericht, den betroffenen Stellen und weiteren Anhaltspunkten zu fragen. Die Studie beweist allerdings nicht, dass ein heutiger Bericht in Ihrem Einzelfall falsch sein muss.
Bericht: Welches Werkzeug und welcher Text wurden geprüft?
Stellen: Welche Passagen werden konkret beanstandet?
Regel: Welches Hilfsmittel war in welchem Umfang unzulässig?
Arbeitsweg: Welche Unterlagen zeigen Recherche, Schreiben und Auswertung?
Offenlegung: Welche Angabe wurde verlangt und was haben Sie tatsächlich angegeben?
Eine weitere Einordnung der unterschiedlichen Prüfmechanismen bietet unser Beitrag zu KI- und Plagiats-Scannern. Bei der Stellungnahme sollten Sie sich jedoch auf die im konkreten Verfahren genannten Tatsachen konzentrieren. Ein allgemeiner Technikstreit ersetzt keine Antwort auf eine fehlende Quelle oder einen dokumentierten Hilfsmittelverstoß.
Darf man eine Stellungnahme mit KI schreiben?
Wer nach „KI Stellungnahme schreiben“ sucht, möchte häufig Hilfe beim Ordnen der Gedanken. Eine KI kann einen Entwurf sprachlich strukturieren. Sie kennt jedoch weder Ihre vollständigen Unterlagen noch zuverlässig die anwendbaren Hochschulregeln. Lassen Sie sich deshalb keine Chronologie, Ausrede oder Rechtsbehauptung erzeugen, die Sie anschließend ungeprüft übernehmen.
Arbeiten Sie zuerst selbst eine Faktentabelle aus. Wenn Sie ein Werkzeug verwenden, begrenzen Sie die Aufgabe beispielsweise auf die Verständlichkeit einer bereits überprüften Passage. Prüfen Sie danach jeden Satz: Ist die Aussage wahr? Ist sie belegt? Wird aus einer Vermutung unbemerkt eine Gewissheit? Werden Tatsachen ergänzt, die Sie gar nicht genannt haben?
Geben Sie vertrauliche Unterlagen und personenbezogene Daten nicht ohne Prüfung an einen externen Dienst weiter. Welche Probleme bei ungeprüften ChatGPT-Ausgaben entstehen können, ist auch bei einem solchen Schreiben relevant. Eine KI-generierte Stellungnahme übernimmt keine Verantwortung für ihre Folgen.
Welche Fehler sollten Sie bei der Stellungnahme vermeiden?
Pauschale Ablehnung: „Der Scanner ist immer falsch“ beantwortet keinen konkreten Vorwurf.
Ungeprüfte Entschuldigung: Beschreiben Sie tatsächliche Fehler präzise, ohne ungeklärte Punkte pauschal zu bestätigen.
Erfundene Nachweise: Rückdatierte Entwürfe oder nachträglich veränderte Protokolle sind keine geeignete Erklärung.
Widersprüchliche Angaben: Prüfen Sie, ob Ihre Darstellung zur Eigenständigkeitserklärung und vorhandenen Kommunikation passt.
Angriffe auf Personen: Kritik sollte sich auf Tatsachen und Verfahrensfragen beziehen.
Irrelevante Anhänge: Viele Dateien ohne Bezug machen Ihre Erklärung schwerer prüfbar.
Ungeklärte Fristen: Ein Gespräch oder eine Rückfrage ersetzt keine fristgerechte Übermittlung.
Was passiert nach einer Stellungnahme bei Täuschungsversuch?
Nach der Einreichung wird der Vorgang nach dem an Ihrer Hochschule vorgesehenen Verfahren weiter geprüft. Möglich sind Rückfragen, die Anforderung zusätzlicher Unterlagen oder eine Entscheidung der zuständigen Stelle. Bewahren Sie eine vollständige Kopie Ihrer Antwort und einen Nachweis über die Übermittlung auf.
Die möglichen Folgen unterscheiden sich nach Studiengang, Regelgrundlage und Schwere des Sachverhalts. Das Kölner ZfL nennt für seinen Zuständigkeitsbereich unter anderem Verwarnung, Nichtbestehen und in bestimmten Fällen den Verlust des Prüfungsanspruchs. Diese Bandbreite bedeutet nicht, dass jede auffällige Textstelle zu einer solchen Sanktion führt. Maßgeblich bleibt die Prüfung des Einzelfalls.
Liegt später ein Bescheid vor, lesen Sie Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung vollständig. Prüfen Sie, welche Ihrer Nachweise berücksichtigt wurden und ob der festgestellte Sachverhalt zutreffend wiedergegeben ist. Holen Sie bei erheblichen Konsequenzen rechtzeitig qualifizierte Beratung ein. Es gibt keine universelle Musterformulierung, die eine Aufhebung der Entscheidung garantiert.
Welche Unterstützung ist beim Schreiben sinnvoll?
Unsere akademischen Ghostwriter können Sie dabei unterstützen, Ihre Unterlagen zu ordnen und Ihre Stellungnahme verständlich aufzubauen. Ein Lektorat hilft zusätzlich, den vorhandenen Text sprachlich zu überarbeiten. Die Angaben zum Ablauf und zur Entstehung Ihrer Arbeit müssen dabei von Ihnen stammen und den Tatsachen entsprechen. Für rechtliche Fragen ist eine qualifizierte Prüfungsrechtsberatung die passende Anlaufstelle.
Für spätere wissenschaftliche Arbeiten ist es sinnvoll, die Nutzung von KI und anderen Hilfsmitteln von Anfang an zu dokumentieren. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu KI-generierten Forschungsarbeiten und wissenschaftlichen Richtlinien. Welche Vorgaben für Ihre Prüfungsleistung gelten, richtet sich nach den Regeln Ihrer Hochschule.
Wenn Sie nach einem KI-Täuschungsvorwurf für eine künftige Arbeit eine Bachelorarbeit schreiben lassen möchten, können Sie uns gerne kostenlos und unverbindlich zur Erstellung einer Musterarbeit ohne KI anfragen.
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Checkliste vor dem Versand Ihrer Stellungnahme
Prüfung, Name, Matrikelnummer und gegebenenfalls Aktenzeichen sind angegeben.
Jeder bekannte Vorwurf wird konkret beantwortet.
Tatsachen, Erinnerungen und offene Fragen sind erkennbar getrennt.
Hilfsmittel und externe Unterstützung sind wahrheitsgemäß beschrieben.
Jede Anlage ist benannt und der passenden Aussage zugeordnet.
Keine ursprüngliche Datei wurde zur Erzeugung eines Nachweises verändert.
Das Schreiben enthält keine erfundenen Gründe oder Garantien.
Frist, Form und Übermittlungsweg wurden geprüft.
Eine Kopie und der Versandnachweis werden gespeichert.
Fazit: Eine gute Stellungnahme macht den Sachverhalt prüfbar
Eine Stellungnahme bei Täuschungsversuch sollte den konkreten Vorwurf mit dem tatsächlichen Ablauf und vorhandenen Nachweisen verbinden. Das Muster hilft beim Aufbau; die belastbare Erklärung entsteht aus Ihren Unterlagen. Besonders bei KI-Vorwürfen sind tatsächliche Nutzung, erlaubter Umfang und vorgeschriebene Offenlegung getrennt zu prüfen. Fristen und ein möglicher späterer Bescheid verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Formulierung des Schreibens.
Wissenschaftliche und offizielle Quellen
Stand: 6. Oktober 2026. Hochschulbeispiele gelten für den jeweils beschriebenen Bereich; Studienergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Systeme und Zeitpunkte.
Häufig gestellte Fragen
Welche Anrede verwende ich in der Stellungnahme?
Verwenden Sie den Namen des genannten Ansprechpartners oder „Sehr geehrte Damen und Herren“. Entscheidend ist, dass Ihr Schreiben an die für den Vorgang zuständige Stelle adressiert ist.
Muss ich jeden Entwurf als Anlage beifügen?
Nein. Wählen Sie die für den Vorwurf relevanten Unterlagen und erläutern Sie deren Bedeutung. Bewahren Sie die übrigen Arbeitsstände unverändert auf, falls später ergänzende Nachweise verlangt werden.
Kann ich eine Stellungnahme später ergänzen?
Fragen Sie bei der zuständigen Stelle nach, ob und bis wann Ergänzungen möglich sind. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass nachträgliche Unterlagen in jedem Verfahrensstand berücksichtigt werden.
Wie lang muss eine Stellungnahme sein?
Es gibt keine allgemeine Seitenzahl. Beschreiben Sie den Sachverhalt so ausführlich wie erforderlich und so geordnet wie möglich. Bei mehreren Punkten kann eine separate, nummerierte Anlage helfen.
Sollte ich meinen Text nach dem Vorwurf sofort neu schreiben?
Sichern Sie zuerst die eingereichte Fassung und vorhandene Entwürfe. Eine neue private Fassung ersetzt die abgegebene Arbeit nicht. Klären Sie mit der Hochschule, ob eine Überarbeitung überhaupt vorgesehen ist.
Ist eine Stellungnahme dasselbe wie ein Widerspruch?
Nein. Eine Stellungnahme erläutert den Sachverhalt. Ein Rechtsbehelf richtet sich gegen eine Entscheidung und hat eigene Anforderungen. Prüfen Sie deshalb den Verfahrensstand und die konkrete Rechtsbehelfsbelehrung.
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Der guten Ordnung halber weisen wir Sie darauf hin, dass jegliche von uns erstellten Ausarbeitungen auf der Annahme basieren, dass Sie eine Lösungsskizze für interne Zwecke wünschen. Die weitere Verwendung ist allenfalls zur eigenen gedanklichen Auseinandersetzung gedacht, nicht aber für die Übernahme als eigene Leistungen.
©devilkae/123RF.COM
07.10.2026
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