Anleitung, Aufbau Und Wichtige Tipps Zum Juristischen Gutachten Schreiben

Video: Gutachten schreiben – Juristische Texte von GWriters

Juristische Gutachten zu schreiben, ist eine der wichtigsten Kompetenzen, die im gesamten Jurastudium durchgehend gefordert wird. Sauberes und tadelloses Gutachten schreiben ist nicht schwer, erfordert aber viel Übung und eine ausführliche Recherche. Aufbauend auf den Erfahrungen unserer erfahrensten Jura-Ghostwriter geben wir Ihnen in diesem Videobeitrag wichtige Tipps zum Schreibstil und erklären den Aufbau eines Gutachtens im Detail.

Transkription

Herzlich willkommen beim GWriters-Videoblog!

Herzlich Willkommen und schönen guten Tag zu einem weiteren GWriters Videoblog. GWriters ist eine Agentur, die sich auf akademisches Ghostwriting, Lektorate und Coaching spezialisiert hat und eine Vielzahl hochqualifizierter Jura-Ghostwriter beschäftigt. Und in diesem Videoblog möchten wir Sie über ein ganz spezielles Thema informieren, nämlich über das Thema Gutachten schreiben – Anleitung, Aufbau und wichtige Tipps zum Stil. Sicherlich etwas was jetzt primär eher im juristischem Bereich verankert ist, was aber dort von sehr, sehr großer Bedeutung ist. Und was auch ein klein wenig komplex ist und wir werden jetzt in diesem Videoblog versuchen, Ihnen die wichtigsten Punkte des von nicht allen geliebten Gutachtenstils ein wenig nahe zu bringen.

Juristisches Gutachten schreiben – worum gehts es

Nun, um was geht es zunächst einmal in einem Gutachten? In einem Gutachten geht es darum, einen Abgleich von Einzelfällen oder einem gestellten Einzelfall mit Erkenntnissen aus der Literatur vorzunehmen. Also mit ähnlich gelagerten Fällen aus der Literatur. Das heißt, hier sind wir dann schon bei einem ganz wesentlichen Punkt des Gutachten und des Gutachtenstils angelangt. Um überhaupt erst mal ein Gutachten schreiben zu können, benötigen Sie erst einmal Informationen. Informationen aus der Literatur, Informationen zu ähnlich gelagerten Fällen.

Recherche und Datenbanken für juristische Texte

Und da sind wir gleich hier unten bei dem einen Punkt angelangt, den wir jetzt schon einmal vorweg nehmen können. Das heißt, Sie benötigen auf jeden Fall Zeit. Rechnen Sie Zeit ein bei der Erstellung Ihres Gutachtens, weil die Recherche nach diesen ähnlichen gelagerten Fällen, dann die Bewertung, der Vergleich und der Abgleich zu Ihrem Fall, der wird entsprechende Zeit in Anspruch nehmen. Und hierzu benötigen Sie auch juristische Datenbanken. Ich habe Ihnen mal Jurion hingeschrieben, das ist eine wissenschaftliche Datenbank, eine rechtliche Datenbank. Es gibt noch andere. Beck beispielsweise, die Ihnen hier gute Dienste leisten können.

Das Besondere an dem Gutachtenstil

Wie ist nun der Aufbau eines Gutachtens zu verstehen? Ganz grundsätzlich haben wir einen deskriptiven Teil und einen bewertet interpretiven Teil innerhalb des Gutachtens. Das heißt, erst mal ist ein Gutachten rein deskriptiv, also rein beschreibend dargestellt. Und das ist schon mal ein ganz, ganz wichtiger Unterschied zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten. Es geht hier also in keinster Weise darum, irgendwelche persönlichen Meinungen, persönlichen Erfahrungen oder persönlichen Ansätze aufzunehmen. Es geht hier einzig und allein darum, vergleichbare Fälle auf den aktuell zu prüfenden Einzelfall zu übertragen. Dann natürlich schon eine Bewertung vorzunehmen, aber diese Bewertung auch nicht aus dem Bauch heraus jetzt irgendwie vorzunehmen oder aus einer Laune heraus, sondern aus den Erkenntnissen, die Sie aus den anderen gelagerten Fällen haben. Und das wirkt sich natürlich auch auf den Schreibstil aus, man kann ihn als sehr neutral als auch wenig emotionslos, als sehr, sehr sachlich beschreiben.

Gutachtenstil Aufbau

Wie sieht nun der Aufbau eines Gutachtens im Detail aus? Hier haben wir diese vier ganz grundsätzlichen Aufbauschritte eines Gutachtens, die sich nicht nur durch das gesamte Gutachten ziehen, sondern die sich auch durch jeden zu prüfenden Sachverhalt ziehen. Weil Sie ja in einem rechtlichen Fall, den Sie untersuchen, immer wieder verschiedenste Fragestellungen und verschiedenste Sachverhalte haben werden. Und in jedem dieser einzelnen Fragestellung, in jedem dieser Sachverhalte werden sich diese vier Sätze wieder finden.

Obersatz und Tatbestand

Im Obersatz, worum geht es im Obersatz? Im Obersatz geht es erst einmal darum, die Tatbestandsmerkmale aufzuzeigen. Das heißt, worum geht es überhaupt? Was ist überhaupt die Thematik? Und was ist die zu prüfende Fragestellung? Im zweiten Fall wird dann der Tatbestand definiert. Das heißt, die Tatbestandsmerkmale, die Sie in dem Obersatz gefunden haben, werden im zweiten Punkt definiert, beschrieben anhand von Rechtsprechung, anhand von Gesetzestexten. So dass also der Leser weiß, es handelt sich um diese, diese, diese und diese Tatbestandsmerkmale. Und diese müssen Sie dann im zweiten Schritt erst einmal definieren, damit der Leser erkennt, um was geht es hier überhaupt?

Subsumtion

Im dritten Schritt dann, der sogenannten Subsumtionen, werden Sie jedes Merkmal dieses Tatbestandes, also jeden Punkt, den ein Gesetz oder die Rechtsprechung hier geprüft hat, prüfen. Prüfen in dem Sinne, ob es sich auf Ihren einzelnen Fall anwenden lässt? Ob also die Definition den Anforderungen des Einzelfalls entspricht? Und das müssen Sie tun für jedes dieser einzelnen Merkmale, das Sie hier als Tatbestandsmerkmale identifiziert und definiert haben. Von daher werden Sie immer hier auch in der Regel nicht nur eine Subsumtion durchführen, sondern in der Regel auch mehrere.

Konklusion

Wenn Sie das dann getan haben, kommen Sie am Ende zu einer sogenannten Konklusion, einer Schlussfolgerung, man kann es auch Fazit nennen. Das heißt, Sie fassen hier dann die Erkenntnisse aus definierten Tatbestand, aus durchgeführter Subsumtion zusammen. Das heißt, Sie kommen hier am Ende dann zu dem Ergebnis und können dann sagen, trifft das, was ich jetzt erhoben habe, für meinen Sachverhalt zu? Das trifft für meinen Sachverhalt nicht zu und was ist das Ergebnis? Muss ich also die Definitionen, die ich hier erkannt habe, vielleicht verwerfen? Passen die? Und kann ich am Ende sagen, wer erfüllt jetzt das Tatbestandsmerkmal und wer erfüllt dieses Tatbestandsmerkmal nicht? Wenn es sich um handelnde Personen dreht oder auch wenn Sie nur anhand eines Subjektes forschen, ist jetzt der Sachverhalt durch ein Gesetz positiv belegbar? Oder, in Anführungszeichen, negativ belegbar? Das wäre dann letztlich das Ergebnis der sogenannten Konklusion. Und diese Vorgehensweise, diese vier Schritte müssen Sie jetzt für jedes Tatbestandsmerkmal, was Sie prüfen, durchführen. Um dann, ganz am Ende, sagen wir, Sie haben drei, vier Tatbestandsmerkmale, die Sie innerhalb Ihrer Arbeit geprüft haben, nochmals sicherlich eine abschließende Zusammenfassung vorzunehmen zu Ihrem untersuchten Fall, so dass Sie dann ein Gesamtfazit, ein Gesamtergebnis ziehen können.

Die Bedeutung der Gliederungsstruktur

Un ein tadelloses Gutachten schreiben zu können, muss man auf den Gutachtenstil achten. Das ganze hier wirklich systematisch durchzuführen, sondern auch genau Ihre Gliederung im Gutachtenstil nach diesen Inhalten zu gestalten. Das heißt, Sie sollten ganz bewusst auch hier mit einer Reihe von Untergliederungsebenen arbeiten. In dem Sie wirklich auch mit dem Obersatz anfangen, dann zu den verschiedenen Tatbestandsmerkmalen kommen. Die Definitionen dieser Tatbestandsmerkmale durchführen. Dann die Subsumtionen machen zu diesen einzelnen Tatbestandsmerkmalen, was sicherlich wieder Untergliederungspunkte sein werden und dann wieder zu einer Konklusion zusammenfassen. Denn das ist ein anderer wichtiger Punkt, wo sich der Gutachtenstil auch ein wenig unterscheidet jetzt von anderen wissenschaftlichen Arbeiten, dass er eine sehr fest vorgegebene Gliederungsstruktur hat. Stichwort Gliederung, auch ist es in diesem Gutachtenstil so, dass Sie nicht die klassische Gliederung haben, wie Sie sie bei normalen wissenschaftlichen Arbeiten haben, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Sondern dass Sie in der Regel erst einmal mit der Darstellung des Sachverhaltes anfangen werden. Dann wird sogar in der Regel zuerst einmal die Literatur kommen. Sie werden dann auch darstellen, wie Sie die Literatur zitieren im Text. Auch hier gibt es genaue Vorgaben für juristische Texte und Sie werden dann zum eigentlichen Inhalt kommen und dann gibt es eben hier keine klassische Einleitung, Hauptteil, Schluss. Sondern dann ist wirklich die Gliederung durch diese Elemente bestimmt und dann endet sie auch mit der Konklusion. Sicherlich können noch Anhänge dabei sein, aber das ist bei wissenschaftlichen Gutachten in dieser Form, bei juristischen Gutachten eher unüblich.

Fazit

Sie sehen also eine sehr stark vorgegebene, eine sehr stark standardisierte Form und das ist auch ganz wichtig, dass Sie unabhängig vom Inhalt, unabhängig vom fachlichen Inhalt auch diese Gliederungsstruktur beibehalten. Dass Sie hiervon auch nicht abweichen, weil das spielt in der Bewertung eines juristischen Gutachtens eine ganz wesentliche Rolle. Und wenn Sie diese Punkte beachten, insbesondere diese Gliederung im Detail, dann werden Sie auch Erfolg haben bei der Darstellung Ihres Gutachtens. Sicherlich müssen Sie erst Erfahrung dann auch sammeln im Formulieren, in diesem bewusst neutralem Formulieren. Aber je öfter Sie ein Gutachten schreiben, je einfacher wird das sicherlich auch für Sie. Und wenn Sie hier Unterstützung brauchen, wenn Sie hier Coaching benötigen, dann ist sicherlich auch GWriters hier gerne ein Ansprechpartner für Sie. Sei es jetzt in der Erlernung, in der Umsetzung dieses Gutachtensstils oder auch beim konkreten Coaching beim Einzelfall. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück, viel Erfolg im Gutachtenstil und denken Sie immer beim Gutachten an Standardisierung. Und je mehr Gutachten Sie schreiben, je besser werden Sie. In diesem Sinne viel Erfolg damit.