(Head of Marketing)
14.01.2026
Anna Milena von Gersdorff leitet als Online-Marketing Expertin den GWriters Blog sowie alle Veröffentlichungen, Änderungen und Sonderaktionen auf unserer Webseite. Darüber hinaus ist Sie für gesamte Öffentlichkeitsarbeit und die Kommunikation mit unseren Medienpartnern zuständig.
Die sehr wichtige Wahl zwischen Primär- und Sekundärforschung ist eine grundlegende Entscheidung in jedem Forschungsprojekt. Dabei ist es egal, ob Sie eine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation schreiben: Das Verständnis dieser beiden Forschungsansätze ist entscheidend für den Erfolg Ihrer akademischen Arbeit. Dieser Blog-Artikel erklärt Ihnen die Unterschiede, zeigt praktische Beispiele und hilft Ihnen bei der Auswahl der richtigen Methode.
Bevor Sie mit der eigentlichen Marktanalyse starten, ist es wichtig, die grundlegenden Methoden der Datenerhebung zu verstehen: Primär- und Sekundärforschung. Beide Methoden liefern wertvolle Informationen, unterscheiden sich jedoch in ihren Quellen, dem Aufwand und der Spezifität.
Primärforschung erhebt neue, originäre Daten direkt für eine konkrete Forschungsfrage (z. B. Umfragen oder Interviews). Sekundärforschung nutzt bereits vorhandene Daten, etwa aus Studien, Statistiken oder Fachliteratur, und wertet diese neu aus.
Zur Primärforschung zählen unter anderem Umfragen, Interviews, Beobachtungen, Experimente und Fokusgruppen. Die Datenerhebung erfolgt dabei direkt bei der Zielgruppe oder im Forschungskontext.
Sekundärforschung greift auf bestehende Quellen wie wissenschaftliche Publikationen, statistische Datenbanken, amtliche Statistiken, Marktforschungsberichte oder bereits durchgeführte Studien zurück.
Primärforschung eignet sich, wenn spezifische, aktuelle oder noch nicht vorhandene Daten benötigt werden. Sekundärforschung ist sinnvoll, wenn bereits ausreichend Daten existieren, Zeit oder Budget begrenzt sind oder ein Überblick über den Forschungsstand gewonnen werden soll.
Primärforschung bezeichnet die Erhebung neuer, bisher nicht existierender Daten, die speziell für Ihr aktuelles Forschungsprojekt gesammelt werden. Sie als Forscher gehen direkt zur Quelle und erheben die Daten erstmals. Diese Form wird auch als Feldforschung oder empirische Ersterhebung bezeichnet (siehe auch Dubey & Kothari, 2022).
Kernmerkmale der Primärforschung:
Erhebung originärer Daten
Speziell auf Ihre Forschungsfrage zugeschnitten
Hoher Zeit- und Ressourcenaufwand
Vollständige Kontrolle über den Forschungsprozess
Aktuelle und relevante Daten
Beispiel Primärforschung
Ein Beispiel für Primärforschung mit dem Forschungsziel der Untersuchung von Nachhaltigkeitswahrnehmung in einem bestimmten Unternehmen wäre eine selbst durchgeführte Online-Befragung von Kunden, um deren Wahrnehmung nachhaltiger Maßnahmen zu erfassen. Die erhobenen Daten wurden speziell für dieses Forschungsprojekt generiert und erhoben und lagen zuvor nicht vor.
Sekundärforschung, sprich das Forschungen anhand sekundärer Quellen, nutzt bereits vorhandene Daten, die ursprünglich für andere Zwecke erhoben wurden. Sie analysieren und interpretieren existierende Informationen neu im Kontext Ihrer Fragestellung. Diese Methode wird auch als “Schreibtisch”-Forschung oder Desk Research bezeichnet (siehe auch Topolewski, Górnikiewicz, & Stawarz, 2023).
Kernmerkmale der Sekundärforschung:
Nutzung bereits existierender Daten
Schnellerer und kostengünstigerer Zugang
Analyse aus neuer Perspektive
Abhängigkeit von der Qualität vorhandener Quellen
Eingeschränkte Kontrolle über Datenerhebung
Beispiel Sekundärforschung
Ein Beispiel für Sekundärforschung mit dem Forschungsziel die Mietpreisentwicklung in einem Land über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu untersuchen. Dies geschieht anhand einer Auswertung bereits veröffentlichter Studien, statistischer Daten oder Branchenberichte (z. B. von Forschungsinstituten oder internationalen Organisationen), um bestehende Erkenntnisse zu Mietpreisentwicklungen oder Nachhaltigkeitstrends systematisch neu zu analysieren.
Um die richtige Forschungsmethode für Ihr Projekt zu wählen, müssen Sie die grundlegenden Unterschiede zunächst verstehen:
Kriterium | Primärforschung | Sekundärforschung |
Datenquelle | Neue, selbst erhobene Daten | Bereits existierende Daten |
Zweck | Speziell für aktuelle Forschungsfrage | Ursprünglich für andere Zwecke erhoben |
Zeitaufwand | Hoch (Wochen bis Monate) | Gering (Tage bis Wochen) |
Kosten | Höher (Personal, Material, Incentives) | Niedriger (meist nur Zugangskosten) |
Aktualität | Sehr aktuell | Kann veraltet sein |
Spezifität | Exakt auf Fragestellung zugeschnitten | Möglicherweise nicht perfekt passend |
Kontrolle | Vollständige Kontrolle über Design | Eingeschränkte Kontrolle |
Verfügbarkeit | Muss erst erstellt werden | Sofort verfügbar |
Beispiele | Umfragen, Interviews, Experimente | Literaturanalyse, Statistiken, Berichte |
Unabhängig davon, ob Ihre wissenschaftliche Arbeit auf Primärforschung, Sekundärforschung oder einer Kombination beider Ansätze basiert, ist eine methodisch saubere Umsetzung entscheidend für den Erfolg Ihrer Abschlussarbeit.
Wir unterstützen Studierende, Promovierende und Forschende gezielt bei:
der methodischen Konzeption von Primär- und Sekundärforschung
der systematischen Literaturrecherche und Auswertung wissenschaftlicher Quellen
der Planung und Durchführung empirischer Studien (Umfragen, Interviews, Experimente)
der statistischen Auswertung durch erfahrene Statistik-Ghostwriter
der wissenschaftlich korrekten Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
Unsere Leistungen richten sich an alle, die ihre Bachelorarbeit schreiben lassen, eine Masterarbeit schreiben lassen oder professionelle Unterstützung im Rahmen einer Dissertation benötigen, insbesondere bei komplexen empirischen oder datenbasierten Arbeiten. Wir erstellen nach Ihren Anliegen eine individuelle Mustervorlage.
Suchen Sie einen akademischen Ghostwriter?
Kontaktieren Sie uns jetzt für eine kostenlose & unverbindliche Beratung.
Primärforschung bietet verschiedene Methoden, um neue Daten zu erheben. Die Wahl hängt von Ihrer Forschungsfrage, verfügbaren Ressourcen und der Art der benötigten Informationen ab.
1. Standardisierte Befragungen und Umfragen
Strukturierte Fragebögen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten ermöglichen die Erhebung großer Datenmengen. Online-Umfragen, Telefoninterviews oder schriftliche Fragebögen erfassen messbare Daten und Meinungen.
Anwendungsbeispiel: Befragung von 500 Studierenden zur Nutzung digitaler Lernplattformen mit standardisierten Fragen zur Nutzungshäufigkeit, Zufriedenheit und technischen Problemen.
2. Experimente
Kontrollierte Versuchsanordnungen testen Hypothesen unter definierten Bedingungen. Durch die Manipulation unabhängiger Variablen werden Ursache-Wirkungs-Beziehungen untersucht.
Anwendungsbeispiel: A/B-Testing verschiedener Website-Designs zur Messung der Conversion-Rate im E-Commerce.
3. Beobachtungen (strukturiert)
Systematische Erfassung von Verhalten nach vordefinierten Kategorien, ohne dass die beobachteten Personen beeinflusst werden.
Anwendungsbeispiel: Zählung von Kundenströmen in verschiedenen Bereichen eines Supermarkts zu unterschiedlichen Tageszeiten.
1. Strukturierte Interviews
Qualitative Interviews ermöglichen detaillierte Einblicke in Meinungen, Erfahrungen und Motivationen der Befragten. Der Interviewer kann flexibel auf Antworten reagieren und nachfragen.
Anwendungsbeispiel: Interviews mit 20 Unternehmensgründern über ihre Erfahrungen bei der Internationalisierung.
2. Fokusgruppen
Gruppendiskussionen mit 8 bis 12 Teilnehmern erzeugen so durch Interaktion neue Perspektiven und Ideen. Ein Moderator leitet die Diskussion zu bestimmten Themen.
Anwendungsbeispiel: Diskussion mit Konsumenten über die Wahrnehmung einer neuen Produktverpackung.
3. Teilnehmende Beobachtung
Der Forscher nimmt aktiv am Geschehen teil und dokumentiert seine Beobachtungen und Erfahrungen aus der Innenperspektive.
Anwendungsbeispiel: Ethnographischen Studie zur Arbeitskultur in Start-ups durch mehrwöchige Teilnahme am Arbeitsalltag.
4. Fallstudien
Intensive Untersuchung anhand von Fallstudien einzelner Fälle oder Organisationen liefert tiefgehende Erkenntnisse über komplexe Phänomene.
Anwendungsbeispiel: Detaillierte Analyse der Digitalisierungsstrategie eines mittelständischen Unternehmens.
Sekundärforschung nutzt die Fülle bereits vorhandener Informationen. Die Kunst besteht darin, relevante Quellen zu identifizieren und kritisch zu bewerten.
1. Unternehmensdaten
Verkaufszahlen, Kundendatenbanken, Besucherstatistiken, interne Berichte und Protokolle liefern wertvolle Informationen für unternehmensrelevante Fragestellungen.
2. Frühere Studien
Bereits durchgeführte Marktforschungen verschiedener Arten, auch Konsumgütermarktforschung, oder interne Analysen können für neue Fragestellungen ausgewertet werden.
1. Wissenschaftliche Literatur
Fachbücher, peer-reviewed Journals, Dissertationen und Konferenzbeiträge bieten fundierte theoretische Grundlagen und empirische Befunde.
Wichtige Datenbanken
Für eine fundierte Sekundärforschung sind hochwertige wissenschaftliche Datenbanken essenziell. Wir empfehlen die Nutzung folgender Quellen:
Google Scholar – Umfangreiche Suchmaschine für wissenschaftliche Artikel, Konferenzbeiträge und Bücher.
JSTOR – Digitale Bibliothek für geistes- und sozialwissenschaftliche Fachliteratur.
Springer – Zugang zu Fachbüchern, Zeitschriften und Konferenzbeiträgen aus Natur- und Ingenieurwissenschaften.
ScienceDirect – Wissenschaftliche Artikel und Bücher, insbesondere für Natur- und Sozialwissenschaften.
2. Amtliche Statistiken
Statistische Ämter, Ministerien und internationale Organisationen veröffentlichen umfangreiche Datensätze zu demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen.
Statistisches Bundesamt (Destatis) – Offizielle deutsche Statistiken zu Wirtschaft, Bevölkerung, Bildung und mehr.
Eurostat – Statistiken der Europäischen Union, z. B. zu Wirtschaft, Sozialdaten und Umwelt.
OECD-Datenbanken – Daten und Indikatoren zu Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Gesellschaft international vergleichbar.
Weltbank – Globale Datensätze zu Entwicklung, Wirtschaft, Umwelt und sozialen Themen.
3. Marktforschungsberichte
Kommerzielle Studien von Marktforschungsinstituten analysieren Branchen, Märkte und Konsumtrends (siehe auch Konsumgütermarktforschung als Art der Marktforschung).
GfK – Markt- und Konsumforschung mit Fokus auf Konsumgüter und Handel.
Nielsen – Globale Daten zu Medien, Konsumverhalten und Marktanalysen.
Statista – Statistiken und Studien zu Wirtschaft, Konsum, Technologie und Märkten weltweit.
McKinsey-Reports – Branchen- und Trendstudien von McKinsey & Company.
Deloitte-Studien – Analysen, Reports und Studien zu Wirtschaft, Technologie und Management.
4. Medien und Online-Quellen
Zeitungsarchive, Fachzeitschriften, Blogs, Unternehmenswebsites und Social-Media-Daten bieten aktuelle Informationen und Einblicke in öffentliche Diskurse.
5. Bibliotheken und Archive
Historische Dokumente, Zeitungsarchive und Spezialsammlungen ermöglichen Längsschnittanalysen und historische Kontextualisierung.
Hinweis: Die korrekte Quellenangabe ist entscheidend für wissenschaftliche Arbeiten. Unser Ghostwriter- und Statistik-Service hilft bei der Recherche, Aufbereitung und Analyse dieser Daten für Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten.
Vorteile der Primärforschung | Nachteile der Primärforschung |
|---|---|
Maßgeschneiderte Daten: Die Erhebung ist exakt auf die Forschungsfrage zugeschnitten und liefert genau die benötigten Informationen. | Hoher Zeitaufwand: Planung, Durchführung und Auswertung können mehrere Monate in Anspruch nehmen. |
Aktualität: Die Daten sind brandaktuell und spiegeln den gegenwärtigen Forschungsstand wider. | Kostenintensiv: Personal, Incentives für Teilnehmende, technische Ausstattung und Reisekosten verursachen hohe Ausgaben. |
Volle Kontrolle: Design, Stichprobe, Zeitpunkt und Methodik der Erhebung liegen vollständig in Ihrer Hand. | Methodische Expertise erforderlich: Fragebogenentwicklung, Interviewführung und Datenanalyse erfordern fundiertes Fachwissen. |
Exklusivität: Die erhobenen Daten sind einzigartig und können einen wissenschaftlichen oder praktischen Wettbewerbsvorteil bieten. | Zugangsprobleme: Die Rekrutierung geeigneter Teilnehmender kann schwierig und zeitaufwendig sein. |
Hohe Validität: Die Daten entsprechen exakt den Forschungszielen und den festgelegten Qualitätsstandards. | Ethische Anforderungen: Datenschutz, Einwilligungserklärungen und ggf. ethische Genehmigungen müssen berücksichtigt werden. |
Vorteile der Sekundärforschung | Nachteile der Sekundärforschung |
|---|---|
Zeitersparnis: Die Daten sind bereits vorhanden und können sofort ausgewertet werden. | Eingeschränkte Passung: Die Daten wurden für andere Forschungsziele erhoben und passen nicht immer exakt zur eigenen Fragestellung. |
Kosteneffizienz: In vielen Fällen fallen keine oder nur geringe Kosten an, insbesondere bei öffentlich zugänglichen Datenquellen. | Veraltete Informationen: Abhängig von Quelle und Thema können die Daten nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. |
Breite Datenbasis: Zugriff auf umfangreiche Datensätze und repräsentative Studien, die selbst nur schwer oder gar nicht zu erheben wären. | Unklare Datenqualität: Methodik, Validität und Reliabilität der ursprünglichen Erhebung sind nicht immer vollständig transparent. |
Gute Vergleichsmöglichkeiten: Historische Daten ermöglichen Längsschnittanalysen sowie die Identifikation von Trends und Entwicklungen. | Fehlende Kontrolle: Design, Stichprobe und Erhebungsbedingungen können nicht beeinflusst werden. |
Besseres Kontextverständnis: Vorhandene Forschung hilft, das eigene Thema einzuordnen und relevante Forschungslücken zu erkennen. | Eingeschränkte Verfügbarkeit: Relevante Daten sind möglicherweise nicht vorhanden oder nur kostenpflichtig bzw. zugangsbeschränkt verfügbar. |
In der Marktforschung spielen beide Ansätze eine zentrale Rolle bei der Analyse von Märkten, Wettbewerbern und Kundenverhalten.
Unternehmen starten typischerweise mit Sekundärforschung, um einen Marktüberblick zu gewinnen:
Marktgröße und Wachstumsraten aus Branchenberichten
Wettbewerbsanalyse anhand von Geschäftsberichten und Pressemitteilungen
Konsumtrends aus Trendstudien und Social-Media-Analysen
Demografische Daten zur Zielgruppendefinition
Praxisbeispiel: Ein Start-up plant den Markteintritt mit einem nachhaltigen Getränkeprodukt. Zunächst werden Marktberichte zur Getränkebranche, Studien zu Nachhaltigkeitstrends und demografische Daten zur Zielgruppe analysiert, um Marktpotenzial und Wettbewerbssituation einzuschätzen.
Wenn die Sekundärforschung nicht alle Fragen beantwortet oder spezifische Informationen fehlen, folgt die Primärforschung:
Kundenbefragungen zur Produktakzeptanz
Mystery Shopping zur Überprüfung der Servicequalität
Produkttests mit der Zielgruppe
Preissensitivitätsstudien
Praxisbeispiel: Das gleiche Start-up führt anschließend Fokusgruppen mit potenziellen Kunden durch, um Geschmackspräferenzen, Preisbereitschaft und Verpackungsdesigns zu testen. Eine Online-Umfrage mit 1.000 Teilnehmern validiert die Erkenntnisse quantitativ.
Sekundärforschung: Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Trendidentifikation
Primärforschung (qualitativ): Fokusgruppen, Tiefeninterviews zur Hypothesenbildung
Primärforschung (quantitativ): Großangelegte Umfragen zur Validierung
Synthese: Integration aller Erkenntnisse in die Entscheidungsfindung
In wissenschaftlichen Arbeiten wie Bachelorarbeiten hängt die Wahl zwischen Primär- und Sekundärforschung von der Forschungsfrage, dem Erkenntnisinteresse und dem jeweiligen Fachbereich ab. Während die Primärforschung vor allem in empirisch ausgerichteten Disziplinen zur gezielten Erhebung neuer Daten eingesetzt wird und typischerweise im Methodik-Kapitel beschrieben ist, dient die Sekundärforschung der Analyse bereits vorhandener Studien, Statistiken und Datensätze und bildet häufig die Grundlage des theoretischen Rahmens oder des Forschungsstands. In vielen Arbeiten werden beide Ansätze kombiniert, um bestehendes Wissen einzuordnen und durch eigene empirische Ergebnisse zu ergänzen.
Thema: Einführung eines neuen Produkts in den deutschen Markt
Sekundärforschung:
Analyse von Marktberichten zur Branchenentwicklung
Auswertung von Verkaufszahlen ähnlicher Produkte
Studium von Wettbewerber-Websites und Kundenbewertungen
Primärforschung:
Online-Befragung von 500 potenziellen Kunden zur Kaufbereitschaft
Fokusgruppen zur Produktgestaltung
A/B-Testing verschiedener Werbekampagnen
Thema: Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt
Sekundärforschung:
Auswertung amtlicher Statistiken zu Beschäftigungsquoten
Analyse bestehender Studien zu Integrationsprogrammen
Recherche von Gesetzestexten und Förderprogrammen
Primärforschung:
Interviews mit 30 Geflüchteten zu ihren Erfahrungen
Befragung von Arbeitgebern zu Einstellungspraktiken
Teilnehmende Beobachtung in Integrationskursen
Thema: Effektivität digitaler Gesundheitsanwendungen bei chronischen Erkrankungen
Sekundärforschung:
Systematische Literaturrecherche zu bisherigen Studien
Auswertung von Krankenkassendaten zur App-Nutzung
Analyse von Nutzerbewertungen in App-Stores
Primärforschung:
Kontrollierte Studie mit 200 Patienten über 6 Monate
Interviews mit Ärzten zur Akzeptanz digitaler Anwendungen
Tagebuchstudien zur Compliance und Nutzererfahrung
Thema: Akzeptanz von KI-gestützten Chatbots im Kundenservice
Sekundärforschung:
Auswertung bestehender Technologieakzeptanzmodelle
Analyse von Fallstudien erfolgreicher Implementierungen
Recherche technischer Spezifikationen verschiedener Chatbot-Systeme
Primärforschung:
Usability-Tests mit 50 Probanden
Befragung von Kundenservice-Mitarbeitern
Logfile-Analysen realer Chatbot-Interaktionen
Die Entscheidung zwischen Primär- und Sekundärforschung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Ihr Thema bereits gut, auch anhand von Sekundärdaten, erforscht worden ist und umfangreiche Literatur existiert
Sie einen schnellen Überblick über ein Themengebiet benötigen
Ihre zeitlichen oder finanziellen Ressourcen begrenzt sind
Sie historische Entwicklungen oder Längsschnittdaten analysieren möchten
Bereits repräsentative Datensätze verfügbar sind
Sie Ihre Forschung in einen theoretischen Rahmen einbetten möchten
Zu Ihrem spezifischen Thema keine ausreichenden Daten existieren
Sie aktuelle, spezifische Informationen benötigen
Vorhandene Daten nicht zu Ihrer Fragestellung passen
Sie neue Zusammenhänge erforschen oder Hypothesen testen möchten
Die Qualität verfügbarer Sekundärdaten oder sekundäre Forschungsergebnisse fragwürdig ist
Sie explorativ ein neues Phänomen untersuchen
In den meisten akademischen Arbeiten ist eine Kombination beider Ansätze optimal: Beginnen Sie mit Sekundärforschung für den theoretischen Rahmen und ergänzen Sie mit Primärforschung für spezifische Erkenntnisse.
Die geschickte Kombination beider Forschungsansätze führt zu den besten Ergebnissen. Dieser Mixed-Methods-Ansatz nutzt die Stärken beider Methoden und kompensiert ihre jeweiligen Schwächen.
Phase 1: Sekundärforschung als Grundlage
Systematische Literaturrecherche zum Thema
Identifikation von Theorien, Modellen und Konzepten
Analyse des aktuellen Forschungsstands
Erkennung von Forschungslücken
Phase 2: Primärforschung zur Vertiefung
Erhebung spezifischer Daten zur Forschungsfrage
Test von Hypothesen aus der Literatur
Exploration neuer Aspekte
Phase 3: Integration und Synthese
Verknüpfung der Sekundär- und Primärdaten
Interpretation im Kontext bestehender Forschung
Ableitung neuer Erkenntnisse
Masterarbeit: „Erfolgsfaktoren digitaler Transformation in mittelständischen Unternehmen"
Sekundärforschung (4-6 Wochen):
Literaturrecherche zu Transformationsmodellen
Auswertung von Studien zur Digitalisierung im Mittelstand
Analyse von Statistiken zur Digitalisierungsrate
Primärforschung (8-10 Wochen):
Qualitative Interviews mit 20 Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen
Online-Umfrage mit 150 Führungskräften zur Validierung
Fallstudien von drei Unternehmen in unterschiedlichen Transformationsphasen
Ergebnis: Ein evidenzbasiertes Modell, das theoretische Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen verbindet.
Der Hauptunterschied liegt in der Datenquelle: Primärforschung erhebt neue, originäre Daten speziell für die aktuelle Forschungsfrage, während Sekundärforschung bereits existierende Daten nutzt und neu analysiert. Primärforschung ist aufwendiger, aber spezifischer; Sekundärforschung ist schneller, aber weniger maßgeschneidert.
Für Bachelorarbeiten ist meist eine Kombination optimal: Beginnen Sie mit Sekundärforschung für den theoretischen Rahmen und führen Sie eine kleinere Primärstudie durch, etwa 8-15 Interviews oder eine Umfrage mit 100-200 Teilnehmern. Der Umfang sollte in 3-4 Monaten realisierbar sein.
Primärforschung bietet maßgeschneiderte, aktuelle Daten und volle Kontrolle, ist aber zeit- und kostenintensiv. Sekundärforschung ist schnell und günstig, bietet Zugang zu großen Datensätzen, jedoch mit eingeschränkter Passung und möglicherweise veralteten Informationen. Die Wahl hängt von Ihrer Fragestellung und Ihren Ressourcen ab.
Theoretisch ja, praktisch wird meist eine Kombination erwartet. Reine Sekundärforschung eignet sich für systematische Literaturreviews oder Metaanalysen. Die meisten Masterarbeiten profitieren jedoch von eigener empirischer Forschung, um einen eigenständigen wissenschaftlichen Beitrag zu leisten.
Nutzen Sie wissenschaftliche Datenbanken wie Google Scholar, JSTOR, Springer und ScienceDirect. Für statistische Daten eignen sich Eurostat, Destatis und OECD. Achten Sie auf peer-reviewed Journals, aktuelle Publikationen und hohe Zitierhäufigkeit. Ihre Universitätsbibliothek bietet oft Zugang zu kostenpflichtigen Datenbanken.
Das hängt vom Konzept der theoretischen Sättigung ab – sammeln Sie Daten, bis keine wesentlich neuen Erkenntnisse mehr hinzukommen. Orientierungswerte: Bachelorarbeit 8-15 Interviews, Masterarbeit 15-25 Interviews, Dissertation 30-60 Interviews. Bei quantitativen Umfragen sind größere Stichproben nötig, mindestens 100-200 für Bachelorarbeiten.
In der Marktforschung ergänzen sich beide Ansätze ideal: Sekundärforschung liefert Marktüberblicke, Wettbewerbsanalysen und Trendidentifikation. Primärforschung testet spezifische Hypothesen, erforscht Kundenpräferenzen und validiert Produktideen. Unternehmen starten typischerweise mit Desk Research und führen dann gezielte Primärstudien durch.
Dubey, U. K. B., & Kothari, D. P. (2022). Research methodology: Techniques and trends. Chapman and Hall/CRC.
Topolewski, S., Górnikiewicz, M., & Stawarz, P. (2023). The literature review and the “Desk Research” methods in studies conducted in social sciences with particular emphasis on security, political, and international relations studies. Studia Wschodnioeuropejskie, 2(19), 280-288.
Expertenhilfe: Hypothesentest einfach erklärt anhand eines Beispiels - Schritt für Schritt Anwendung statistischer Analysen erklärt. 👩🎓
Der Hypothesentest ist ein statistisches Verfahren, mit dem überprüft werden kann, ob eine bestimmte Hypothese auf der Grundlage von Daten aus einer Stichprobe gestützt werden kann. Das Ziel eines Hypothesentests ist es somit, festzustellen, ob eine bestimmte Hypothese wahr ist oder nicht. Der Hypothesentest wird in der Forschung verwendet, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und bestehende Theorien zu überprüfen...
Weiterlesen
Forschungsdesign erstellen - Schritt für Schritt mit konkreten Beispielen von unseren erfahrenen Experten einfach erklärt! 📚💡
Am Anfang eines Projektes stehen immer Planung und Vorbereitung. Das ist auch bei der Erstellung einer schriftlichen Arbeit der Fall. Insbesondere strukturierte Arbeiten sind auf diese Phase angewiesen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, wie die verschiedenen Arten des kreativen Schreibens. Hierbei kann es durchaus zielführend sein, ohne konkrete Vorbereitung ein interessantes Ergebnis anzustreben...
Weiterlesen
Wie kann ich effektiv eine Forschungsfrage formulieren und Hypothesen entwickeln? Was sollte ich noch beachten? - Tipps vom akademischen Ghostwriter
Wie kann ich effektiv eine Forschungsfrage formulieren und Hypothesen entwickeln? Was ist der Unterschied zwischen den beiden Begriffen? Muss ich für jede wissenschaftliche Arbeit Hypothesen entwickeln? Und was sollte ich noch beachten? - Tipps vom akademischen Ghostwriter...
WeiterlesenDer guten Ordnung halber weisen wir Sie darauf hin, dass jegliche von uns erstellten Ausarbeitungen auf der Annahme basieren, dass Sie eine Lösungsskizze für interne Zwecke wünschen. Die weitere Verwendung ist allenfalls zur eigenen gedanklichen Auseinandersetzung gedacht, nicht aber für die Übernahme als eigene Leistungen.
©vectorfusionart/123RF.COM
14.01.2026
Eine kurze Frage noch...
Haben Sie Interesse, über eine Kommentarsektion mit uns oder anderen Leserinnen und Lesern direkt an dieser Stelle zu kommunizieren?